Oktober 2020: H is for Hawk

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Oktober 2020: H is for Hawk

1Alexander.Winnefeld
Sept. 19, 4:38pm

Bereit, abzuheben? Im Oktober wollen wir gemeinsam H is for Hawk von Helen Macdonald lesen.

Klappentext:
As a child, Helen Macdonald was determined to become a falconer, learning the arcane terminology and reading all the classic books. Years later, when her father died and she was struck deeply by grief, she became obsessed with the idea of training her own goshawk. She bought Mabel for £800 on a Scottish quayside and took her home to Cambridge, ready to embark on the long, strange business of trying to train this wildest of animals.

H is for Hawk is an unflinchingly honest account of Macdonald's struggle with grief during the difficult process of the hawk's taming and her own untaming. This is a book about memory, nature and nation, and how it might be possible to reconcile death with life and love.

Begleitspiel wird das Kennerspiel des Jahres 2019, "Flügelschlag" von Elizabeth Hargrave, großartig illustriert von Ana Maria Martinez Jaramillo, Natalia Rojas und Beth Sobel. Wir haben also nicht nur ein ornithologisches Double Feature, es zeichnet sich auch das Subthema Frauenpower in vermeintlicher Männerdomäne ab :)

Schaffen wir es, am 1.10. mit der Diskussion zu starten? Oder braucht ihr mehr Zeit?

2Wicki72
Sept. 20, 3:49am

Ich denke, 1.10. müsste ich schaffen, dürfte auf jeden Fall reichen, um in die Diskussion einzusteigen 😀
Ich bin schwer gespannt auf das Buch und freu mich auch, das Spiel nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen 😀

3Florik
Sept. 20, 6:11am

Ich habe das Buch heute in UK bestellt und derzeit Urlaub, könnte also sowohl logistisch als auch vom Zeitplan klappen.

Danke fürs Organisieren, Alex!

4Wicki72
Sept. 20, 7:50am

Dem Dank schließe ich mich an 😀

Ich lese faul auf deutsch...

5EmmaRich
Sept. 20, 8:17am

Dieser Benutzer wurde wegen Spammens entfernt.

6Wicki72
Sept. 23, 1:20am

So, Flügelschlag ist gestern als Gast bei mir eingezogen 😊 am Wochenende geht es los 😊

7Florik
Sept. 26, 12:25pm

So, ich hab angefangen, tits sind also Meisen, ein sparrowhawk ist ein Sperber und ein brambling ein Bergfink ... so viel hab ich schon lang nicht mehr auf den ersten zehn Seiten nachgeschlagen.

8Alexander.Winnefeld
Sept. 28, 7:05am

So in etwa ging es bei mir auch los ;)

9Florik
Sept. 28, 4:37pm

Und es endet mit moult, die Mauser, jack snipe ist eine Zwergschnepfe und helical heißt spiralförmig. Bin durch, und das Falkenlied des Kürenbergers habe ich auch nachgelesen und überrascht festgestellt, dass ich es kannte.

10Wicki72
Sept. 30, 12:02pm

Ich brauch noch bis zum Wochenende. Aber Samstag bin ich bereit zum Diskutieren

11Alexander.Winnefeld
Okt. 2, 12:07pm

Bin auch mal wieder ein bisschen langsam - bis Sonntag sollte ich durch sein.

12Wicki72
Okt. 4, 5:13pm

So, ich bin fertig und Flügelschlag habe ich auch noch zweimal gespielt zur Vorbereitung.
Kann das sein, dass da kein Habicht in all den Karten ist?

13Alexander.Winnefeld
Okt. 6, 1:31am

Stimmt, im Grundspiel gibt es keinen Habicht. In der Europa-Erweiterung ist er allerdings in seiner ganzen Pracht dabei. Und ist auch dort ein mörderisches Federvieh (darf mit zwei Handkarten statt zwei Nagern bezahlt werden, die dann unter den Habicht geschoben werden).

14Wicki72
Okt. 6, 12:23pm

Ich habe erst mal gegoogelt, ob es in Nordamerika vielleicht keine Habichte gibt. Aber das wohl schon.

15Alexander.Winnefeld
Bearbeitet: Okt. 7, 1:46pm

Der Info-Text auf der Karte teilt uns übrigens mit, dass die Jagd mit Habichten im Mittelalter dem Adel vorbehalten war. Während der Falke danach weiter Karriere machte, muss es irgendwann danach mit dem Ansehen des Habichts steil bergab gegangen sein, wie wir bei Macdonald lernen, galten sie im 19. Jahrhundert als wild, schwierig und einem Gentleman nicht wirklich angemessen.

Das fand ich übrigens mal wieder sehr spannend - man schaut sich ein Hobby, das von außen irgendwie einheitlich aussieht, näher an, und plötzlich differenziert sich das Feld aus und man hat nicht mehr "den" Falkner und seinen Vogel, sondern wiederum eine ganze Reihe von Binnenklischees, von denen man vorher nichts ahnen konnte. Erinnert mich ein wenig an das Bogenschießen - ich habe mal kurz in den Bogensport reingeschnuppert, und da hatte man auch plötzlich den Eindruck, dass der Bogen eine ganze Menge über die Person aussagt (zum Beispiel Recurve oder Compound, Sportschütze oder Reenactor mit mittelalterlichem Reiterbogen, usw.).

16Florik
Okt. 7, 1:24pm

Habichte waren die Jagdvögel für den Adel und insbesondere den Ritterstand, sagt auch ein anderes Spiel, nämlich das Rollenspiel Pendragon von Greg Stafford.

Königen und Prinzen sind demnach im westeuropäischen Mittelalter die Adler und auch die Wanderfalken vorbehalten, die ihre Beute abliefern. Die hohen Herren müssen also nicht durchs Gebüsch rennen, um dem Beizvogel sein Opfer zu entreißen, wie es Macdonald für die Habichtjagd immer wieder eindrücklich schildert.

Die Damen jagten damals mit den vergleichsweise kleinen Merlinen, der Klerus mit Sperbern und Knappen mit Turmfalken.

17Wicki72
Okt. 10, 3:17pm

Spannend. Da hatte ich mir echt noch keine Gedanken gemacht.

Aber ich habe in den Pyrenäen mal einen Geier „getroffen“, der gestartet ist nur ca 50m vor uns, das war beeindruckend. Und ich war ziemlich froh, dass das Aasfresser sind, als er plötzlich vor uns stand, als wir um eine Kurve kamen... Das werde ich echt nicht vergessen, war total beeindruckend, von daher kann ich diese Leidenschaft für Habichte, Falken usw gut verstehen

18Wicki72
Okt. 10, 3:17pm

Wie sieht es aus? sind alle fertig mit lesen?

19Alexander.Winnefeld
Okt. 11, 3:34pm

Hat lange genug gedauert bei mir (meine Schuld, nicht die des Buches), aber ich bin durch.

20Wicki72
Okt. 12, 1:48pm

Ich hatte auch eher an unsere zwei Neulinge mit der Frage gedacht, weil beide bis jetzt so still waren :-)

21Wicki72
Okt. 12, 1:49pm

Ich frag mal auf Twitter nach...

22Alexander.Winnefeld
Okt. 12, 4:40pm

Um vielleicht schon mal mit ein paar Eindrücken einzusteigen: ich fand die Vierecksbeziehung zwischen der Erzählerin/MacDonald, White, Gos und Mabel sehr spannend. Das dauerhafte Spielen mit Abgrenzung und Parallelisierung - White, der Gos der Greifvogel sein möchte; MacDonald, die ihn aus sicherer Position psychoanalysiert, teils, weil sie sich dann nicht selbst psychoanalysieren muss, teils, weil es ihre Selbstreflektion anstößt. Außerdem hab ich tatsächlich das eine oder andere über Falknerei und über T.H. White gelernt. Whites Artus-Romane waren wir vom Hörensagen her ein Begriff, vielleicht schaue ich mir die jetzt mal näher an.

23Florik
Okt. 13, 1:54am

Da würde ich mich anschließen, diese Parallelgeschichte war schön aufgezogen, während ich von der Vatergeschichte auch weniger vertragen hätte, aber ich will nicht jetzt schon zu nörgeln anfangen. Den Once and Future King hab ich mal gelesen (ich habe mal ziemlich viele Artusromane gelesen) und ziemlich bizarr gefunden. Da hätte ich jetzt sicher einen ganz neuen Blick drauf.

24Wicki72
Okt. 17, 9:13am

Ich muss zugeben, ich habe von White noch nichts gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob ich nach der Lektüre dieses Buches jetzt überhaupt was lesen möchte, oder gerade deshalb. Wo du weniger Vater bertragen hättest, Florik, hätte ich manchmal gern weniger White gehabt. Nicht, weil ich den Erzählstrang nicht gut gefunden hätte, diese Vierer-Geschichte fand ich auch äußerst spannend, sondern weil mir White zwischendrin so unsympathisch war, dass ich einfach nichts mehr über ihn lesen wollte.
Spricht also auf jeden Fall für die Autorin, dass sie so Gefühle in mir geweckt hat :-)
Die Vatergeschichte fand ich bedrückend. Auch vor dem Hintergrund, dass mein Vater letztes Jahr einen Herzinfarkt hatte und man sich dann doch ganz anders Gedanken über die Endlichkeit der Eltern macht.

25Alexander.Winnefeld
Okt. 19, 4:23pm

Ja, White kommt - gerade zu Anfang, als noch MacDonald's Urteil aus Kindertagen mitschwingt, nicht wirklicht gut weg bei der Sache. Sein Buch scheint ja als eine Art Kräftemessen inszeniert zu sein, und MacDonald war da ja als Kind viel geneigter sich mit dem Falken als mit White zu inszenieren. Und mit all den alten, konservativen Granden der Falknerei, die mit White wohl nichts anfangen konnten.

Vielleicht können wir über das alte-Männer-Hobby die Brücke zu Flügelschlag und Elizabeth Hargrave schlagen? MacDonald war ja als Mädchen scheinbar gar nicht bewusst, dass sie sich in einer Männerdomäne bewegt. Später wählt sie dann, innerhalb der Männerdomäne, mit dem Habicht einen vermeintlich besonders widerspenstigen, als weiblich gelesenen Vogel. Ich meine, mich auch noch an ein Zitat erinnern zu können, das in die Richtung "Falconry is a boy's game" ging, finde es aber partout nicht wieder.

Brettspiele sind ja doch auch immer noch ein "boy's game", Flügelschlag, erdacht von einer Spiele-Designerin, von mehreren Künstlerinnen illustriert und anscheinend ja auch mit einer angeblich (?) deutlich größeren weiblichen Fangemeinde als das Durchschnittsspiel ja immer noch die Ausnahme.

26Florik
Bearbeitet: Okt. 20, 5:43am

Die autobiographische Erzählerin Macdonalds ist wie White Außenseiter, das sehe ich auch so, das ist eine Verbindung zwischen ihnen. Es gibt noch eine. In Whites Artusroman geht es um Menschen, die sich, ganz ovidisch, in Tiere verwandeln. Macdonald vermeidet Whites Fehler in der Falknerei, aber seiner Spur folgend lässt sie ihr Menschsein allzu weit zurück.

Die Erzählerin scheitert, das ist eine der beiden Lehren auf den letzten Seiten, in der Tierwelt. Indem sie (wie eine White-Figur) 'zum Habicht wird', kann sie ihre Depression nicht bewältigen. "Dem Tier beikommen wird nicht, wer den Tierlaut nachahmt", heißt es in Bachmanns Anrufung des Großen Bären. Insofern sind sie beide Gescheiterte, White und die Erzählerin, die immerhin ihr Scheitern erkennt und quasi in die Welt der Menschen zurückkehrt - nicht geläutert und weise, wie Whites Figuren, sondern eher durchgerüttelt.

Deine feministische Brücke scheint mir recht wacklig, Alex, aber ich spinne mal weiter: Ok, auch Elizabeth Hargrave bewegt sich in der Welt alter weißer Männern und ahmt sie nach, besonders den alten weißen Tom Lehmann und dem nicht ganz so alten, aber ebenso weißen Carl Chudyk. Flügelschlag ist ganz klassische Schule, ein abstraktes Engine-Building-Spiel, wie es Jungs lieben, die Maschinenbau studiert haben, und die anderen auch. "Ich baue einen Vogel", heißt es da gern, "ich produziere Eier". Wenn ein Männerautor das in ein Vogelspiel packte, hieße es, das Thema sei "aufgesetzt". Meiner Meinung nach brauchte es eine Frau, um damit durchzukommen.

Ich mach mich damit wahrscheinlich nicht beliebt, aber ich sage, ein Zivilisations- oder Städtebau-Thema würde der zugrunde liegenden Mechanik besser entsprechen. Dass hier ein anderer Weg gegangen wurde, finde ich trotzdem gut. Solche "Jungsspiele" gibt es ja schon tausende. Wenn das Thema bei Leuten Interesse für Brettspiele gehobener Komplexität erregen kann, die damit bisher nichts am Hut haben, war's eine gute Wahl.

Ich würde mich freuen, wenn in Hargraves weiteren Spielen auch mechanisch ein weiblicher Zug spürbar würde. Ich hab die Maschinenbau-Punktesammelei nämlich manchmal auch über und sehne mich nach guten Geschichten, erzählt mit den Mitteln eines Brettspiels.

Kennt einer von euch schon Mariposas? Ich leider nicht.

27Alexander.Winnefeld
Okt. 25, 3:55pm

Mit der wackeligen Brücke hast du nicht unrecht - war vielleicht eine etwas gezwungene Überleitung. Ich würde dir aber zustimmen, dass Flügelschlag kein thematisch getriebenes Spiel ist. Man hätte auch andere Themen darüberstülpen können, aber wie du bin ich sehr, sehr froh, dass man das nicht gemacht hat. Wäre das Thema als "aufgesetzt" verschrien, wenn es ein "Männerspiel" wäre? Ein Beispiel dafür gibt es ja, und meine güte, ist das Thema dort aufgesetzt: hat jemand von euch Piepmatz / Little Songbirds gespielt? Ein abstraktes Kartenspiel, bei dem das Vogelbeobachtungsthema wirklich nur locker drübergestülpt ist.

Der Unterschied ist für mich bei Flügelschlag, dass Designerin, Verlag, Grafikerinnen die Extra-Meile gegangen sind, und das Thema nicht nur hastig drübergestülpt haben, sondern es von vorne bis hinten so durchgestaltet haben, dass man sich das Spiel gar nicht mehr mit einem anderen Thema vorstellen mag, auch wenn nicht so ganz klar ist, was wir denn hier eigentlich tun. Züchten wir die Vögel? Fotografieren wir sie? Beobachten wir sie, und vermerken in unserem Notizbuch die bemerkenswertesten Exemplare? Sobald man anfängt, darüber nachzudenken, bekommt die Verbindung von Spielmechanik und Thema Risse. Das bemerkenswerte für mich ist, dass ich eigentlich vorher nie darüber nachgedacht habe.

Durch die liebevolle Ausgestaltung wirken Spiel und Thema sehr stimmig, und ein weiteres Zivilisationsbau-Spiel hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Als jemand, der im Zoo immer am längsten an den Volièren rumhängt, früher mal eine ganze Weile Kanarienvögel gezüchtet und als Kind im Garten Wildvögel gezählt hat, bin ich sowieso ein Riesenfan der Aufmachung ;)

Hargraves ist jetzt auf jeden Fall eine Designerin, auf deren weitere Spiele ich gespannt bin. Mariposas habe ich allerdings auch noch nicht gespielt.

28Wicki72
Okt. 26, 3:29am

Ich muss gestehen, dass ich meine Vorbehalte gegen Flügelschlag erst langsam abbauen musste. Dieser Hype um "ein Spiel von einer AutorIN" der hat mich ehrlich gesagt erst mal abgeschreckt und auch wenn ich mich jetzt vielleicht unbeliebt mache, optisch gefällt mir das Spiel nur in Teilen. Ich finde die Tierkarten toll gestaltet, aber alles andere... Ich hätte mir zum Beispiel eine größere Fläche für die oberste Aktion "Vogel auslegen" gewünscht und von den pastellfarbenen Eiern will ich gar nicht reden. Wahrscheinlich bin ich da aber zu sehr "Jungs", ich baue nämlich auch immer Vögel in dem Spiel.
Aber ich habe in meinen ersten Partien echt gemerkt, dass ich aufgrund der Vorgeschichte und meinem optischen Ersteindruck das Spiel gleich erst mal vor dem Spielen unter "schlecht" abgespeichert hatte und es hat so 3-4 Partien gebraucht, bis ich mich davon lösen konnte. Eigentlich so ganz erst in Vorbereitung auf diese Runde im Solo-Modus, der hat mich nämlich so überzeugt, dass ich tatsächlich überlegt habe, mir das Spiel zu kaufen.

Gibt es ein Spiel, welches das Thema wirklich 100% umsetzt? Ich glaube an irgendeiner Stelle wird das immer auseinanderdriften, weil man die Spielmechanik ja auch noch unterbringen muss im Spiel. Aber da finde ich Flügelschlag schon einigermaßen gut umgesetzt, auch wenn Florian sicher recht hat, dass man da auch ein Civ-Thema hätte drüber setzen können.
Apropos Civ-Thema: Bei Tapestry hätte man für mich besser einfach ganz abstrakt auf den Tisch gebracht, da finde das Thema total schlecht aufgesetzt. Aber das nur am Rande. Zurück zu unseren Vögeln und nochmal zum Buch:

Ich stimme euch zu, dass Erzählerin und White vereint, dass beide Außenseiter sind. Aber anders als White hat die Erzählerin Eltern, die ihr Kind so lieben, wie es ist und sie auch bestätigen, das zu tun, was sie möchte, und sei das 4 Stunden im Busch sitzen und die Welt beobachten. D.h. sie kommt aus einem Nest der Geborgenheit (um beim Thema zu bleiben) während White für sein Anderssein verachtet wird. Und ich könnte mir vorstellen, dass es auch daran liegt, dass die Erzählerin am Ende einen Weg nach vorne findet - auch mit Hilfe von Freunden (sie ist ja nicht allein oder einsam, sondern einfach anders), während White an sich und seiner Umgebung verzweifelt.

Was meint ihr, hat sich die Autorin mit Absicht ein Weibchen für die Falknerei ausgesucht oder war das eher Zufall? (oder stand das irgendwo und ich kann mich nur nicht mehr dran erinnern?)

29Florik
Bearbeitet: Okt. 26, 5:30pm

Sie hat sich beim Treffen mit dem irischen Vogelhändler am Fährhafen spontan gegen das für sie vorgesehene große Tier und für das kleinere entschieden. Aus der Erinnerung glaube ich, es wurde nicht gesagt, dass es sich um Männchen und Weibchen handelt, aber angedeutet. Müsste man noch mal prüfen, aber das Buch ist grad zwei Stockwerke entfernt ;)

Ich glaube schon, dass die Erzählerin bisweilen ganz schön einsam ist, das erzählt sie (ebenso wie die vorübergehende Arbeitslosigkeit, als ihr Lehrvertrag nicht verlängert wird) nur in Andeutungen. Du hast recht, am Ende sind es die Freunde (und der Psychiater und die Antidepressiva), die den Unterschied machen. Sie öffnet sich, lässt sich helfen.

30Alexander.Winnefeld
Gestern, 4:04am

Die Erzählerin hat sich bewusst für Mabel und gegen das ältere, kräftigere und wildere Tier entschieden. Ich habe in Erinnerung, dass auch das andere Tier ein Weibchen gewesen wäre. Ob sie sich bewusst für ein Weibchen entschieden hat, weiß ich allerdings auch nicht mehr. Generell sind bei den Habichten ja die Weibchen größer (und somit noch ein wenig furchteinflößender?) als die Männchen, wenn ich das recht in Erinnerung habe.

Den Eindruck, dass die Erzählerin einsam ist (war) hatte ich auch. In vielen Kapiteln entsteht beim Lesen der Eindruck, dass sie mit Mabel allein auf der Welt ist, selbst wenn andere Menschen anwesend sind. Ich hatte den Eindruck als wenn sich ein unsichtbarer Film zwischen ihr und anderen Menschen befindet. Nur bei den Außenseitern, denen sie in der ersten Hälfte des Buches flüchtig begegnet, schien mir das anders zu sein, zu denen scheint sie teils eine stärkere Verbindung zu fühlen als zu ihren Freunden und ihrer Familie. Z.B. zu dem Kasachen(?) mit Heimweh.

Ihre Freunde sind die ganze Zeit für sie da, und ganz nüchtern beschreibt sie das auch so, aber mir kam es so vor, als wenn sie erst zum Ende hin in der Lage gewesen sei, sich ihnen wieder wirklich anzunähern. Etwa als sie dem befreundeten Falkner-Pärchen noch einmal für ihre Unterstützung dankt.