StartseiteGruppenForumStöbernZeitgeist
Web-Site durchsuchen
Diese Seite verwendet Cookies für unsere Dienste, zur Verbesserung unserer Leistungen, für Analytik und (falls Sie nicht eingeloggt sind) für Werbung. Indem Sie LibraryThing nutzen, erklären Sie dass Sie unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie gelesen und verstanden haben. Die Nutzung unserer Webseite und Dienste unterliegt diesen Richtlinien und Geschäftsbedingungen.
Hide this

Ergebnisse von Google Books

Auf ein Miniaturbild klicken, um zu Google Books zu gelangen.

Lädt ...

Geek Love (1989)

von Katherine Dunn

Weitere Autoren: Jacques Mailhos (Übersetzer), Jordi Mustieles (Übersetzer)

MitgliederRezensionenBeliebtheitDurchschnittliche BewertungDiskussionen
5,5361531,456 (4)257
National Book Award finalist Here is the unforgettable story of the Binewskis, a circus-geek family whose matriarch and patriarch have bred their own exhibit of human oddities (with the help of amphetamine, arsenic, and radioisotopes). Their offspring include Arturo the Aquaboy, who has flippers for limbs and a megalomaniac ambition worthy of Genghis Khan . . . Iphy and Elly, the lissome Siamese twins . . . albino hunchback Oly, and the outwardly normal Chick, whose mysterious gifts make him the family's most precious--and dangerous--asset.  As the Binewskis take their act across the backwaters of the U.S., inspiring fanatical devotion and murderous revulsion; as its members conduct their own Machiavellian version of sibling rivalry, Geek Love throws its sulfurous light on our notions of the freakish and the normal, the beautiful and the ugly, the holy and the obscene. Family values will never be the same.… (mehr)
Lädt ...

Melde dich bei LibraryThing an um herauszufinden, ob du dieses Buch mögen würdest.

Englisch (151)  Schwedisch (1)  Deutsch (1)  Alle Sprachen (153)
Eine schrecklich nette Familie

http://literaturundfeuilleton.wordpress.com/2014/11/27/eine-schrecklich-nette-fa...

Als untalentiertestes von fünf Wunderkindern aufzuwachsen ist nicht leicht. Als kleinwüchsige, bucklige Albina das gewöhnlichste von fünf Kindern zu sein, ist wohl mehr als nur „nicht leicht“. Binewskis. Zerfall einer radioaktiven Familie ist nicht nur die Geschichte einer Familie, die sich spektakulär von innen heraus zersetzt, sondern ein Roman, der ganz unauffällig wichtige Fragen an die moderne Gesellschaft stellt.

von ANNA-LENA THIEL
Die Binewskis sind eine Familie aus dem Bilderbuch – einem Bilderbuch, das man in der Adams Family vielleicht den Kindern vorlesen würde. Aloysius „Al“ und Lilian „Crystal Lil“ Binewski lieben das Leben als Schausteller im Circus: Freiheit, Abenteuerlust und Entdeckergeist bringen den geborenen Zirkusmann und die Bostoner Aristokratin zusammen. Doch Al und Crystal Lil sind nicht nur Zirkusdirektor und Geek vom Dienst – mit Geek ist hier ein Schausteller gemeint, der lebendigen Tieren mit den Zähnen den Kopf abreißt, nicht ein liebenswerter Computerfachmann – sondern auch Hobby-Mediziner und williges Versuchsobjekt. Das glückliche Paar hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von Drogen, Giften, Medikamenten und radioaktiver Bestrahlung, die gezielt auf Crystal Lils Schwangerschaften einwirken sollen, eine bunte Kinderschar von perfekten Freaks zu schaffen. Geboren werden bald ein Assortiment von vorzeigbaren Schaustellern: Arturo – genannt Aquaboy, weil er statt regulärer Extremitäten Flossen hat; Elektra und Iphigenia – siamesische Zwillinge und begabte Musikerinnen; Olympia – kurz Oly, eine bucklige Albino-Zwergin und Fortunato – scheinbar „normal“ besitzt er doch telekinetische Kräfte. Und dies sind nur die Kinder, die lebendig geboren wurden und überlebten, ihre ebenfalls außergewöhnlichen, toten Geschwister werden in Formaldehyd eingelegt als Kuriositäten präsentiert.

Oly, die Ich-Erzählerin, ist zwar missgestaltet, aber nicht interessant oder talentiert genug, um aufzutreten, also wird sie zur Bediensteten, zu Hand- und Fußersatz ihres ältesten Bruders. Diesem ist es nicht genug, die Hauptattraktion des Familienunternehmens zu sein. Arty will Macht. Der redegewandte Junge baut einen gewaltigen Kult um sich auf: Die höchste Stufe der Erleuchtung gebührt dabei den Mitgliedern, die sich nicht nur all ihr Erspartes, sondern auch ihre Gliedmaßen abnehmen lassen. Mit Arturo verbindet die verhältnismäßig unscheinbare Oly eine tiefe Hassliebe, die zwischen inzestuösem Begehren und Abscheu oszilliert.

Miranda ist Olys und Arturos Tochter. Ihr wird das Buch, das als Tatsachenbericht und Aufzeichnung ihrer Mutter daher kommt, gewidmet. Da Olympia sie aus Angst vor einem Übergriff Arturos als Kleinkind in ein Kinderheim gebracht hatte, weiß die junge Frau nichts über die bewegte Geschichte ihrer Familie. Als Erzählerfigur gewinnt Oly nun endlich Kontrolle über ihr eigenes Leben. Nachdem sie den Circus hinter sich gelassen hat und nicht länger zwischen den Wünschen der Eltern und ihrer Geschwister hin und her gerissen ist, führt sie ein zurückgezogenes, aber weitgehend „normales“ Leben. Dabei kommt ihr als Wandlerin zwischen den Welten eine Kommentatorfunktion zu, denn sie ist letztlich eine Außenseiterin sowohl unter den „erfolgreichen“ Freaks als auch den „Normalen“, wie sie sie abschätzig nennt. Doch auch nach dem Circus ist Olympia Binewski kein ruhiger Lebensabend vergönnt, muss sie doch in einem letzten Abenteuer ihre eigene Tochter vor einer Kuriositäten-Sammlerin schützen, die aus Überzeugung gegen schöne Frauen vorgeht.
Auf zwei Zeitebenen – im Erzählfluss der Vergangenheit und der Gegenwart – umspannt der Roman die Kindheit und Jugend der Binewski-Geschwister bis zur Auflösung des Circus und die wenigen, rund 20 Jahre danach spielenden Monate, in denen Oly ihre nunmehr erwachsene Tochter fast kennenlernen wird.

My Beloved Monster and Me

Die Fragen was oder wer normal ist, was Normalität wert ist oder auch nicht, und konsequenterweise, ob es eine Hierarchie der scheinbar unvereinbaren Zustände – Norm und Abweichung – gibt, wird in Binewskis hinreichend diskutiert. Das vorläufige Ergebnis ist dabei weniger überraschend als es zunächst scheint: Wenn man ehrlich ist und mal genau hinsieht, gibt es gar keine Normalität. Es gibt nur die Illusion des Vertrauten. Das dies genauso gut ein Bruder sein kann, der in einem Wassertank lebt und eine wahnsinnige Sekte von Amputierten anführt, wie auch ein Aufwachsen unter unauffälligen Bedingungen und ein anschließendes Studium, das ist das eigentlich erschreckende dieser Erzählung. Hoch anrechnen muss man der Autorin, dass sie dabei nie ins „Unrealistische“ abgleitet. Sie hat eine Welt geschaffen, die seltsam, ja verstörend, zum Teil sogar ekelhaft sein mag, aber absurderweise immer glaubwürdig bleibt. Die Erzählkunst der Autorin reicht so weit, dass man das Sägemehl unter den Füßen spüren und den Chlorgeruch des brüderlichen Beckens förmlich riechen kann. Schon nach wenigen Seiten erscheint einem die Welt der Schausteller so vertraut, als sei man ein Teil davon. Binewskis ist ein Roman der einerseits dazu verführt, ihn als Parabel auf das Leben, das Schicksal und die Zwischenmenschlichkeit zu verstehen, andererseits ist es genauso interessant und zum Teil noch fesselnder, ihn als Märchen über die Abgründe der menschlichen Seele zu lesen.

Ein moderner Klassiker?

Geek Love erschien erstmals 1983 in den USA. Dass die deutsche Übersetzung so lange hat auf sich warten lassen, mag zunächst verwundern. Lange galt der Roman als unübersetzbar. Dunns Sprache ist tatsächlich eine rasante Mischung aus Slang, Neologismen und dem Spezialvokabular der fahrenden Schausteller. Auch die kulturelle Übertragung dürfte schwierig gewesen sein, entspricht doch die deutsche Vorstellung vom Circus nicht der hier präsentierten Mischung aus Jahrmarkt, Freak Show und Domtage. Es hat sich jedoch in jeder Hinsicht gelohnt auf diese Übertragung zu warten: Die Übersetzung von Monika Schmalz verleiht Dunns lebendiger Erzählung und kuriosen Charakteren eine klare und fesselnde Stimme.
Entstanden ist der Roman im Umfeld der ersten Gespräche von Genmanipulation, von den Möglichkeiten der Technik und den „Problemen“ der Ethik sowie dem Entstehen von immer mehr, immer einflussreichen Sekten in den USA der 1970er Jahre. Beides sind Themen, die an Relevanz und Brisanz nicht eingebüßt haben. Der abstrakt-philosophischen Ebene auf der über Familie, Normalität und gesellschaftliche Isolation nachgedacht wird, gesellt sich so eine ganz konkrete und greifbare Dimension. Die zum Teil einfache, aber immer treffende Sprache Olys steuert den Leser dabei zielsicher weg von eingefahrenen Ideen hin zu neuen Denkansätzen.
Es ist wirklich leicht sich für diesen Roman zu begeistern. Die Handlung ist so absurd, dass einem eine Zusammenfassung schier fantastisch erscheinen muss, dennoch wirkt jedes gelesene Wort glaubhaft. Der lakonische Tonfall der Ich-Erzählerin zieht den Leser genauso in seinen Bann wie die Haken, die diese Geschichte immer wieder schlägt. Denn, obwohl recht schnell klar wird, dass einem schon zu Beginn der Erzählung mitgeteilt worden ist, wo der wilde Ritt hingehen wird, ist Binewskis niemals vorhersehbar und immer noch so aktuell wie bei Erscheinen der englischen Erstausgabe.

Katherine Dunn: Binewskis. Verfall einer radioaktiven Familie
Aus dem Englischen von Monika Schmalz
Berlin Verlag, 511 Seiten
Preis: 22,99 Euro
ISBN: 978-3-8270-1072-8 ( )
  tigerelfe | Dec 30, 2014 |
Als untalentiertestes von fünf Wunderkindern aufzuwachsen ist nicht leicht. Als kleinwüchsige, bucklige Albina das gewöhnlichste von fünf Kindern zu sein, ist wohl mehr als nur „nicht leicht“. Binewskis. Zerfall einer radioaktiven Familie ist nicht nur die Geschichte einer Familie, die sich spektakulär von innen heraus zersetzt, sondern ein Roman, der ganz unauffällig wichtige Fragen an die moderne Gesellschaft stellt.
 

» Andere Autoren hinzufügen (6 möglich)

AutorennameRolleArt des AutorsWerk?Status
Katherine DunnHauptautoralle Ausgabenberechnet
Mailhos, JacquesÜbersetzerCo-Autoralle Ausgabenbestätigt
Mustieles, JordiÜbersetzerCo-Autoralle Ausgabenbestätigt
Du musst dich einloggen, um "Wissenswertes" zu bearbeiten.
Weitere Hilfe gibt es auf der "Wissenswertes"-Hilfe-Seite.
Gebräuchlichster Titel
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Originaltitel
Alternative Titel
Ursprüngliches Erscheinungsdatum
Figuren/Charaktere
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Wichtige Schauplätze
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Wichtige Ereignisse
Zugehörige Filme
Preise und Auszeichnungen
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Epigraph (Motto/Zitat)
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
This thing of darkness I Acknowledge mine.
—Prospero, The Tempest 5.1.275–6
Widmung
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
For Eli Malachy Dunn Dapolonia
Erste Worte
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
"When your mama was the geek, my dreamlets," Papa would say, "she made the nipping off of noggins such a crystal mystery that the hens themselves yearned toward her, waltzing around her, hypnotized with longing."
Zitate
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
It’s interesting that when these individuals choose--and it is their choice always--to endure voluntary amputations for their own personal benefit, society professes itself shocked and disapproving. Yet this same society respects the concept that any individual should risk total annihilation in war, subject to the judgment of any superior officer at all and for the purposes ranging from a promotion for the lieutenant to higher profits for the bullet company. Hell, they don’t just respect that idea, they flat expect it. And they’ll shoot your ass if you don’t go along with it. (Arty)
Letzte Worte
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
(Zum Anzeigen anklicken. Warnung: Enthält möglicherweise Spoiler.)
Hinweis zur Identitätsklärung
Verlagslektoren
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Werbezitate von
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Originalsprache
Die Informationen stammen von der englischen "Wissenswertes"-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Anerkannter DDC/MDS
Anerkannter LCC

Literaturhinweise zu diesem Werk aus externen Quellen.

Wikipedia auf Englisch (1)

National Book Award finalist Here is the unforgettable story of the Binewskis, a circus-geek family whose matriarch and patriarch have bred their own exhibit of human oddities (with the help of amphetamine, arsenic, and radioisotopes). Their offspring include Arturo the Aquaboy, who has flippers for limbs and a megalomaniac ambition worthy of Genghis Khan . . . Iphy and Elly, the lissome Siamese twins . . . albino hunchback Oly, and the outwardly normal Chick, whose mysterious gifts make him the family's most precious--and dangerous--asset.  As the Binewskis take their act across the backwaters of the U.S., inspiring fanatical devotion and murderous revulsion; as its members conduct their own Machiavellian version of sibling rivalry, Geek Love throws its sulfurous light on our notions of the freakish and the normal, the beautiful and the ugly, the holy and the obscene. Family values will never be the same.

Keine Bibliotheksbeschreibungen gefunden.

Buchbeschreibung
Zusammenfassung in Haiku-Form

Beliebte Umschlagbilder

Gespeicherte Links

Bewertung

Durchschnitt: (4)
0.5 11
1 27
1.5 5
2 72
2.5 17
3 225
3.5 55
4 484
4.5 51
5 535

Bist das du?

Werde ein LibraryThing-Autor.

Recorded Books

Eine Ausgabe dieses Buches wurde Recorded Books herausgegeben.

» Verlagsinformations-Seite

 

Über uns | Kontakt/Impressum | LibraryThing.com | Datenschutz/Nutzungsbedingungen | Hilfe/FAQs | Blog | LT-Shop | APIs | TinyCat | Nachlassbibliotheken | Vorab-Rezensenten | Wissenswertes | 164,631,851 Bücher! | Menüleiste: Immer sichtbar