StartseiteGruppenForumMehrZeitgeist
Web-Site durchsuchen
Diese Seite verwendet Cookies für unsere Dienste, zur Verbesserung unserer Leistungen, für Analytik und (falls Sie nicht eingeloggt sind) für Werbung. Indem Sie LibraryThing nutzen, erklären Sie dass Sie unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinie gelesen und verstanden haben. Die Nutzung unserer Webseite und Dienste unterliegt diesen Richtlinien und Geschäftsbedingungen.
Hide this

Ergebnisse von Google Books

Auf ein Miniaturbild klicken, um zu Google Books zu gelangen.

Lädt ...

Ansichten eines Clowns (1963)

von Heinrich Böll

Weitere Autoren: Siehe Abschnitt Weitere Autoren.

MitgliederRezensionenBeliebtheitDurchschnittliche BewertungDiskussionen
2,191365,464 (3.95)28
Melancholische, zeitkritische Liebesgeschichte zwischen einem "unchristlichen" Clown und einem streng katholischen Mädchen.
Lädt ...

Melde dich bei LibraryThing an um herauszufinden, ob du dieses Buch mögen würdest.

Was ich auch schon von Böll gelesen habe: Die verlorene Ehre der Katharina Blum.
Und irgendwie... fand ich das Buch ja nicht so toll (auch war ich, glaube ich, noch um einiges zu jung für Bücher, in denen "nicht so viel passiert" (Ja, später habe ich kapiert, dass in dem buch sehr wohl was passiert, aber eben kein Mord oder so.) als wir uns in Deutsch dieses Buch vorgenommen haben.
Also auf alle Fälle war mir "Ansichten eines Clowns" auf Anhieb sympathischer.
eignetlich nimmt man nur an einem Tag im Leben des "Clowns" teil. Seine Lebensgeschichte und wie es zu den Ereignissen an diesem einen Tag kommt, werden in Rückblenden erzählt.
Eine Geschichte von einem unangepassten Künstler, der sich nicht in seiner reichen Familie zurechtfinden will, und sich of nur von andersdenkenden umgeben fühlt.
Wie es mit einem Rebellen aufwärts geht, und er danach umso weiter fällt. ( )
  schnittlauch | May 27, 2012 |
Warum es am Rhein nicht so schön ist
Er habe doch nur eine „ganz harmlose Liebesgeschichte“ erzählt, sagte Heinrich Böll 1982 in einem Radio-Interview, „ich verstehe die Aufregung bis heute nicht“. Tatsächlich wirbelte sein Roman „Ansichten eines Clowns“ am 10.Mai 1963, dem Tag seines Erscheinens, durch die Feuilletons der Bundesrepublik Deutschland und lieferte wochenlang Stoff für Debatten. Böll, der schon in früheren Büchern und Essays Engstirnigkeit und Doppelmoral der katholischen Kirche beschrieben hatte, ließ in seinem neuen Roman den Unternehmersohn und Clown Hans Schnier am vermufften rheinischen Katholizismus der fünfziger Jahre scheitern.
Es war ein von seinem Kölner Verleger Joseph Caspar Witsch klug konzipierter Skandal. Das Land war schon aufgewühlt durch das „Unbehagen am Klerikalismus“ („Deutsche Volkszeitung“) – eine Diskussion, die Rolf Hochhuth mit der Papst-Abrechnung „Der Stellvertreter“ und Karlheinz Deschner mit seiner kritischen Kirchengeschichte „Und abermals krähte der Hahn“ ausgelöst hatten. In dieser angespannten Stimmungslage veröffentlichte die „Süddeutsche Zeitung“ sechs Wochen lang „Ansichten eines Clowns“ als Vorabdruck, was zu einem Protestbrief der „Katholischen Aktion“ führte.

Deshalb besprachen rund 50 Rezensenten, denen Witsch Leseexemplare zugeschickt hatte, Bölls Roman sofort nach Ablauf der Sperrfrist. Dies war der Startschuss für einen monatelangen Debattenmarathon. Nun erschienen in den Feuilletons die abweichenden Meinungen, die wiederum von den nächsten Rezensenten diskutiert wurden.

Der „Zeit“ gelang es damals, das Wettrennen um die Urteile der prominentesten Journalisten zu gewinnen: Rudolf Augstein, Marcel Reich-Ranicki, Rudolf Walter Leonhardt, Ivan Nagel, Walter Widmer, Werner Ross, Reinhard Baum¬gart und Joachim Kaiser schrieben lange Kritiken in dem Blatt und konnten sich auf nichts einigen. Enthielt der Roman zu viel gute Gesinnung und zu wenig Leben? War die Bundesrepublik nicht schon längst viel liberaler, als der Roman sie beschrieb? Handelte es sich bei Hans Schnier wirklich um einen 27-jährigen Clown, dessen Liebesbeziehung an der Rechthaberei der Institution katholische Kirche und an der konservativ-muffigen Adenauer-Ära zerbricht? Oder verkündete der 45-jährige Autor mit Hilfe seines literarischen Alter Ego nur seine bekannten politischen Ansichten?

Die Protagonisten seien keine Gestalten, sondern „aufrecht gehende Namen“, fand Reich-Ranicki. Kaiser hielt dem entgegen, die „seltsame Gestalt“ des Clowns Hans Schnier „vermag mich zu rühren und zu faszinieren wie bisher noch keine des Böllschen Kosmos“.

Böll hatte die Geschichte tatsächlich angelegt als privates Scheitern, nach dem Vorbild des griechischen Mythos vom Labyrinth: Sein Protagonist sollte 276 Seiten lang gegen Wände rennen. Der Roman erstreckt sich über drei Stunden, in denen Schnier betrunken, knieverletzt, verarmt, verbittert und vereinsamt in seiner Bonner Wohnung sitzt und bei Verwandten und Bekannten anruft, um sie um emotionale und finanzielle Unterstützung zu bitten, vergeblich allerdings.

Seine Leidensgeschichte wird in Rückblicken erzählt. Der Atheist Schnier stammt aus der evangelischen Oberschicht, hat sich aber mit seinen Eltern überworfen. Er verliebte sich in die katholische Marie, die aus einfachen Verhältnissen stammt, denn sie ist der Gegenentwurf zu Schniers Mutter: lieb, warm, aufrichtig. Einige Jahre lang waren sie glücklich, während sie gemeinsam von Bühne zu Bühne reisten. Schnier war kein Star, aber als Clown gefragt.

Die beiden träumten von gemeinsamen Kindern, mit jeder Fehlgeburt mehr. Marie wurde mit der sich wiederholenden Enttäuschung nicht fertig und verschob ihre Wut in die absurde Forderung, Schnier solle schriftlich zustimmen, die gemeinsamen Kinder katholisch zu erziehen. Als er sich weigerte, sich einer Institution zu unterwerfen, verließ sie ihn und heiratete einen Funktionär einer katholischen Laienorganisation. Für Schnier begann damit der Abstieg, psychisch wie beruflich.
In seinem Nachwort zu „Ansichten eines Clowns“, das in der Ausgabe von 1985 erschien, nannte Böll, inzwischen Nobelpreisträger, das Buch einen „historischen Roman“, der nur noch als exemplarischer Kampf zwischen Individuum und Institution verstanden werden könne. Wie wäre es also, wenn man Hans Schnier zum Christen machen würde, egal ob katholisch oder evangelisch, und Marie zur Muslimin? Oder wenn man den Konflikt zwischen den Klassen ansiedeln würde, zwischen Unterschicht und Oberschicht? Oder zwischen Existenzformen, Angestellten-Dasein gegen Prekariat?

Die Transformation würde wahrscheinlich funktionieren. Nicht nur, weil der Grundkonflikt zeitlos ist, sondern auch, weil die Liebesbeziehung zwischen Hans und Marie letztlich an dem scheitert, woran die meisten Paare zerbrechen: am Alltag.

Quelle: Amazon.de ( )
  hbwiesbaden | Jan 5, 2011 |
keine Rezensionen | Rezension hinzufügen

» Andere Autoren hinzufügen (77 möglich)

AutorennameRolleArt des AutorsWerk?Status
Böll, HeinrichAutorHauptautoralle Ausgabenbestätigt
Araújo Cardalda, LaureanoÜbersetzerCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Hädeler, GüntherUmschlaggestalterCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Plas, Michel van derÜbersetzerCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Steen, KnutIllustratorCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Vargas Llosa, MarioVorwortCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Vennewitz, LeilaÜbersetzerCo-Autoreinige Ausgabenbestätigt
Du musst dich einloggen, um "Wissenswertes" zu bearbeiten.
Weitere Hilfe gibt es auf der "Wissenswertes"-Hilfe-Seite.
Gebräuchlichster Titel
Originaltitel
Alternative Titel
Ursprüngliches Erscheinungsdatum
Figuren/Charaktere
Wichtige Schauplätze
Wichtige Ereignisse
Zugehörige Filme
Preise und Auszeichnungen
Epigraph (Motto/Zitat)
Die werden es sehen, denen von Ihm noch nichts verkündet ward, und die verstehen, die noch nichts vernommen haben.
Widmung
Für Annemarie
Erste Worte
Es war schon dunkel, als ich in Bonn ankam.
Zitate
Die Informationen sind von der italienischen Wissenswertes-Seite. Ändern, um den Eintrag der eigenen Sprache anzupassen.
Vi sono dei limiti oltre i quali l'idiozia dovrebbe essere controllata.
Letzte Worte
(Zum Anzeigen anklicken. Warnung: Enthält möglicherweise Spoiler.)
Hinweis zur Identitätsklärung
Verlagslektoren
Werbezitate von
Originalsprache
Anerkannter DDC/MDS
Anerkannter LCC

Literaturhinweise zu diesem Werk aus externen Quellen.

Wikipedia auf Englisch (1)

Melancholische, zeitkritische Liebesgeschichte zwischen einem "unchristlichen" Clown und einem streng katholischen Mädchen.

Keine Bibliotheksbeschreibungen gefunden.

Buchbeschreibung
Zusammenfassung in Haiku-Form

Beliebte Umschlagbilder

Gespeicherte Links

Bewertung

Durchschnitt: (3.95)
0.5
1 3
1.5 3
2 23
2.5 7
3 76
3.5 32
4 172
4.5 22
5 132

Bist das du?

Werde ein LibraryThing-Autor.

 

Über uns | Kontakt/Impressum | LibraryThing.com | Datenschutz/Nutzungsbedingungen | Hilfe/FAQs | Blog | LT-Shop | APIs | TinyCat | Nachlassbibliotheken | Vorab-Rezensenten | Wissenswertes | 162,479,783 Bücher! | Menüleiste: Immer sichtbar